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Vor lauter Machen kein Ziel

Mann der Karrierestufen hochrennt

Vor lauter Machen kein Ziel

Go! Go! Go!

Meine Devise im Job damals war: Go! Go! Go! Bis ich vor lauter Machen gar kein Ziel mehr hatte …

Kürzlich wurde mir wieder mal klar, dass ich früher im Prinzip ‹pausenlos’ am Arbeiten war. Dabei kann ‹viel arbeiten›, w e n n sich die Umstände und die Dauer dieses Zustandes für einen persönlich stimmig anfühlen, völlig in Ordnung sein.

Ja, w e n n … Bei mir war das damals nicht der Fall:

  • Es vor Arbeitsbeginn mit einem Kaffee ruhig anlaufen lassen? Eher nicht. 
  • Lunchpause? Häufig Fehlanzeige. 
  • Kurze Kaffeepause? Eher selten und wenn, nur mit schlechtem Gewissen. 
  • Feierabend? Lieber nochmals E-Mails bearbeiten. 

Ich dachte, das Argument ‘Ich liebe meine Arbeit!’, gibt mir immer die Kraft all das, was mir eigentlich zu viel war, was ich eigentlich nicht wollte, auszuhalten – um das behalten zu können, was mir dabei tatsächlich am Herzen lag. Eine Rechnung, die nicht aufging.

Zunächst ging es eine ganze Weile gut. Dann musste ich mich irgendwann selber pushen, um weitermachen zu können. Meine Argumente: «Andere können das auch!» «Ich keine Zeit, auf mich zu ‘achten’.» «Schließlich habe ich es bisher immer geschafft, zig ‘extra Meilen’ zu gehen!»

Im Nachhinein durfte ich erkennen – und das fand ich noch sehr interessant – dass mein Argument ‘Schliesslich liebe ich meine Arbeit!’, mir ab einem bestimmten Punkt gar keinen echten Antrieb mehr gegeben hat! Im Gegenteil! Die Freude an dem, was ich lange Zeit so sehr liebte, verblasste mehr. Und mir ging es gesundheitlich immer schlechter.

Es waren eher die Argumente ‘Andere können das ja auch!’ oder auch ‘Ich habe keine andere Wahl!’, mit denen ich mich damals selber antrieb. Und so fühlte ich mich dann auch: Getrieben, getrieben, getrieben. Die Rechnung meines Körpers kam dann auch …

Und dennoch traf ich (!) – aus den für mich falschen Gründen – un-/bewusst immer wieder die Entscheidung, weiterzumachen. Wenn ich damals schon gewusst hätte, wie ich erst gar nicht in dieses ‘getrieben-sein’ reinschlitter – ich hätte definitiv andere Entscheidungen getroffen. 

Daher bin ich heute sehr dankbar dafür, dass mir bewusst ist, WIE ich erste Anzeichen des alten Musters erkenne. Worauf ich raus will und was bei mir dann auch die Veränderung brachte:

Es sprach für mich im Prinzip nichts dagegen, dass ich eine Zeitlang viel arbeitete (das mache ich heute noch – es ist aber auch ok für mich, es mal nicht zu tun). Oder, dass ich Pausen weggelassen hatte (auch das passiert mir heute noch). Für mich ist das ok, solange ich (!) es nicht zu einer unbewussten, routinemäßigen, kräftezehrenden Angewohnheit kommen lasse, bei der es häufig nur noch ums pure Machen Machen Machen geht … 

Wie verhindere ich das nun?

Ich stelle mir von Zeit zu Zeit die für mich korrekten Fragen – und ich lasse meinen Körper antworten und nicht (!) meinen Verstand. Erinnerst Du Dich noch an die Körperübung, die ich im letzten Blogbeitrag vorstellte? Im Prinzip funktioniert das hier genauso:

Formuliere und stelle Dir – je nachdem, was Du wissen willst und um was es geht – entsprechende Fragen:

  • «Regeneriert es mich mental/ emotional/ körperlich, 
  • was und wie ich arbeite?» 
  • was und wie ich denke?»
  • was und wie ich entscheide?»

Wie reagiert Dein Körper? Erkennst Du, ob er zustimmt oder Dir ganz klar ein «Nein» gibt? Je mehr Du trainierst (ja, wie einen Muskel), desto häufiger und klarer wirst Du die Information Deines Körpers verstehen. (Wenn Du Fragen dazu hast schicke mir gerne ein PN)

Wie es mir nach all den früheren Erfahrungen heute geht?

  • Burnout – Fehlanzeige. 
  • Boreout (gab es auch) – keine Rede mehr davon. 
  • Gesundheit – wohlauf.
  • Lebensqualität – massiv gestiegen.

Herzlich und immer mit Fragen im Gepäck, Daniela

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